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Männer - Tribut an ein wunderbares Wesen

In aller Kürze:
Männlichkeit in der heutigen Welt zu leben, ist ein Spagat, der immer breiter wird.
Christian
aktualisiert: 14. April 2022
erschienen: 01. November 2017
Inhaltsverzeichnis

Gerade schaue ich auf YouTube nach meiner dritten Leidenschaft:

Motorsport.

Und hab mir mal wieder ein paar Videos von Walter Röhrl reingezogen. Der Typ war der Wahnsinn mit seinem 500 PS Rallye-Biest in den 80er-Jahren.

So lande ich dann irgendwann bei einem Gruppe B Tribute Video. Das waren diese Rallye-Monster von damals, wo der Flaschenhals nicht das Auto, sondern die Fahrer waren.

Wir Menschen haben schlichtweg eine Grenze, wie schnell wir denken können. Und diese Autos waren zu schnell für unsere Denk-Geschwindigkeit.

Die Faszination Adrenalin

Da rast das Adrenalin in ungeahnte Höhen. Es ist etwas, dass uns Männer fesselt. Wahrscheinlich nicht alle, doch die berauschende Wirkung dieses Stress-Hormons dürfte uns in weiten Teilen faszinieren.

Es ist ein besonderer Zustand von Fokussierung; Zentrierung auf eine Sache und gleichzeitig ein Gefühl von Stolz auf die Kontrolle in einer Situation, die lebensgefährlich sein kann.

Eine Art Seiltanz im Hochgebirge, tausende von Metern über dem Abgrund.

Ich würde sagen, wir Männer fühlen uns dort heimisch.

Vielleicht haben wir sogar Angst davor, die auch begründet sein kann. Doch ich lasse mich zu der Aussage hinreißen, dass jeder männliche Mensch auf diesem Planeten sofort eine innere Faszination für die Erfahrung dieses Gefühls vor Augen hat.

Ein Kampf um Leben und Tod

So verschieden die Auslöser auch sein mögen, bleibt doch eines gleich. Das echte Empfinden dieses Gefühls ist immer von Hingabe an eine Tätigkeit in höchster Gefahr gebunden. Ein Kampf um Leben und Tod ist kein Kampf um Leben und Tod, wenn die Gefahr nicht echt ist. So intelligent ist unser Hirn dann doch.

Und so verkümmert diese Emotion in einem modernen, sicheren Leben bis zum scheinbar nicht mehr vorhanden sein. Und gleichzeitig kastriert es uns.

Wie perfide.

Was sind wir denn für Lebewesen?

Kann mir jemand erzählen, was es für einen Sinn haben soll, in einer sicheren Welt auf die Lebensgefahr angewiesen zu sein, um Leben spüren zu können?

Das macht doch keinen Sinn!

Mama bringt mir fleißig bei, immer auf mich aufzupassen. Papa schaut streng, dass ich mich ja gut entwickle, um später Karriere zu machen.

Doch spüre ich genau, dass dort kein Leben ist. Dass Leben dort ist, wo etwas bewegt wird. Und Veränderung bedeutet immer die Gefahr des Nicht-Gelingens.

Es ist dieses beständige Leben an der Grenze der Komfortzone.

Mit jedem Tag die Grenze ein wenig zu pushen. Über sich hinausgehen. Mehr sein als gestern.

Und morgen wieder mehr wollen als heute.

Das „echte mehr“. Kein Ego-Pushen, um die Penis-Prothese vor Anderen zu vergrößern.

Sondern die eigene Fehlbarkeit ein wenig verringern. Die eigenen Skills wieder ein wenig zu verbessern.

Etwas riskieren, um besser zu werden. „Ein gemachter Mann sein, bedeutet ‘was gemacht zu haben“ rappte Kollegah einst.

Das eigene Wesen spüren

Ich beschäftige mich schon eine lange Zeit mit dem, was mein Geschlecht für mich bedeutet. Wie bei den meisten fing alles wegen den Frauen an. So zeigte mir mein bester Freund Maximilian Pütz Buch „Der perfekte Eroberer“, was noch das Beste dieses ganzen Pickup-Schunds war.

Schnell kam ich dann auf den Trichter, dass es eigentlich nicht um Frauen, sondern um mich geht. Um mich als Mann und wie ich das „Mann-Sein“ lebe.

Männlichkeit ist etwas Kulturelles

2 Weltkriege, in denen sich die Männer abgeschlachtet haben und danach entweder tot oder innerlich zerbrochen waren, hinterlassen Spuren.

Männlichkeit ist etwas Kulturelles.

Es muss vorgelebt werden, um weitergegeben zu werden. Wie soll das gehen, wenn eine ganze Kultur sich auf ihre primitivsten Triebe zurückzieht, nur um sich in Ego-Manier gegenseitig wie Schweine im Schlachthof auszurotten?

Und das was übrigbleibt sind Männer, die zu großen Teilen den Glauben an die Welt verloren haben.

Vollkommen verständlich, wenn du hautnah erlebst, wie Menschen sich jeglicher Menschenwürde berauben und andere Menschen widerwärtiger behandeln als … - mir fällt hier kein Vergleich ein.

Schlimmer als ein Kinder-Schänder vor dem Mord an diesem kleinen Ding, nachdem er schon die Mutter fein säuberlich in Filet-Stückchen zerschnitten hat.

Der Vergleich ist wirklich widerwärtig, wenn man sich ihn vorstellt. Pervers möchte ich fast sagen. Das sollte ungefähr die Schiene treffen, auf die ich hinaus möchte.

Wenn du als Mensch so etwas erlebt hast, dann braucht es einiges, um noch positiv gestimmt deine Ideale leben zu können. Und allem voran diese auch weiter vermitteln zu können.

Ein gutes Beispiel, dass es möglich ist, selbst das KZ mit einer positiven Stimmung zu verlassen, ist Viktor Frankl – ein Wiener Psychologe. In seinem Buch „Und trotzem Ja zum Leben sagen“ beschreibt er die Geschichte.

Der englische Titel gibt mit „Man's Search For Meaning: The classic tribute to hope from the Holocaust” wesentlich besser wider, was nötig ist, um diese Einstellung zu finden.

Was einen echten Mann nicht ausmacht

Doch diese Menschen sind die Ausnahme. Viele hatten nicht so viel Glück. Und so fehlte das, was einen „echten Mann“ ausmacht.

Damit ist nicht der universelle Alleskönner gemeint, dem die Frauen wie aller materielle Schnickschnack vor den Füßen liegen. Diese Situation könnte selbst ein Kleinkind bewältigen.

Ein echter Mann wird dann gemacht, wenn es schwer wird. Ein Mann, der verliert und trotzdem seine Würde behält. Doch auch das ist schon wieder meine persönliche Interpretation.

Vielleicht ist dieser ganze Geschlechter-Rollen Schnickschnack einfach nur sinnlos.

Doch vielleicht weiß auch nur ein Mann, was einen Mann ausmacht und jeder, der kein Mann ist, sollte bei diesem Thema mehr zuhören als wild reinzuplappern.

Du weißt, dass du ein Mann bist, wenn du fühlst, dass es so ist. Kleiner Tipp am Rande: Dass nicht nur du in deiner Welt existierst, ist ein notwendiges Indiz.

Intermezzo

Eigentlich war der Plan für den Artikel ganz anders. Es sollte um die Unzulänglichkeit mancher Emotionen gehen. Wie wir uns für Adrenalin begeistern, aber unfähig sind, wenn es um zwischenmenschliche Verletzlichkeit geht. Wie Liebe als nur für Frauen existent angesehen wird und so weiter.

Doch jetzt hat sich der Artikel anders entwickelt. „Divenire“ läuft immer noch in Dauerschleife und inspiriert mich und so gehen wir doch einfach weiter und schauen, was passiert.

Wir haben unsere Männlichkeit aus Büchern

Denn eins ist Fakt. Das, was ich heute für männlich halte, habe ich zu mindestens 80% aus Büchern. Björn Thorsten Leimbachs „Männlichkeit leben“ ist ein wunderbares Werk. Doch auch David Deidas „Der Weg des wahren Mannes“ zeigen einem Jungen, dass Männlichkeit und destruktive Aggressivität nicht mal in einem Satz zusammen verwendet gehören.

Doch kann ein Buch nur Verständnis liefern. Die besten ziehen dich sogar in ihre Welt hinein und lassen dich so einen Hauch Erfahrung schnuppern.

Das Vorleben ersetzen sie jedoch nicht.

Bei Weitem nicht.

Und so laufen auch die Gespräche mit meinen engen Freunden und loseren Bekanntschaften bei diesem Thema immer auf ein „Lass es uns ausprobieren. Was hast du erfahren? Was denkst du darüber? Hast du ein wirkliches Vorbild?“ hinaus.

Unsere Väter sind gestört

Um ehrlich zu sein: Die meisten Männer meiner Eltern-Generation halte ich für stark gestört. Erklären kann ich mir das sehr gut. Denn sie sind noch ein viertel Jahrhundert näher an der Kastration der Männlichkeit durch Weltkrieg als die Generation, in der ich lebe.

Sie hatten ganz andere Notwendigkeiten, als sich mit ihrer Männlichkeit zu beschäftigen.

Bring das Essen auf den Tisch und sorg für deine Familie.

Bau ein Haus auf.

Überleb einfach.

Je nachdem, wo sie groß geworden sind. Und so waren sie noch wesentlich mehr auf das Vorleben ihrer eigenen Väter angewiesen, die dann schon in der Kriegszeit geboren wurden oder sie aktiv miterlebt haben.

Was soll da also an konstruktivem Vorleben der Männlichkeit kommen?!

Geendet ist das alles in einer Fixierung auf Materialismus und ein Zurückziehen in den rationalen Verstand.

Gefühlswelt – was soll der Scheiß?

Vielleicht hattest du eine wirklich mitreißende Frau, die fähig war, dir selbst deinen eigenen Bezug näher zu bringen. Doch Kommunizieren über männliche Gefühlswelt mit dem Nachwuchs – Fehlanzeige!

Es geht mir nicht um Schuldzuschreibung. Auf diesen sinnlosen Ego-Quatsch kann ich verzichten.

Ich will herausfinden, warum etwas so gelaufen ist, wie es ist. Um Verständnis und Mitgefühl aufzubauen und zu wissen, wo meine Aufgabe ist.

An was ich weiterarbeiten sollte. Wo es Sinn macht, sein Leben hinein zu manövrieren und sein gesamtes Leben einer Sache zu widmen.

Vater und Sohn – schwieriger kann eine Beziehung nicht sein

Das ist um Gottes Willen keine Verallgemeinerung. Es ist eine Tatsache, die auf meinem persönlichen Umfeld beruht. Ich kenne niemanden, der best Friend mit seinem Vater ist.

Meist sind die Beziehungen stark gestört oder wie bei mir nicht vorhanden. "Kontakt abgebrochen, weil ich mit dem Idioten nicht klarkomme. Traurig aber wahr."

Diese Worte habe ich so schon 1 zu 1 aus dem Mund von Freunden gehört. Und das sind integre, junge Männer, die etwas aus ihrem Leben machen.

Mir scheint, als hat unsere Väter-Generation fast auf kultureller Ebene ein Ego-Problem. Und dieser Blödsinn wird dann auch noch als Männlichkeit dargestellt.

Männer und ihr Ego

Doch auch für mich war es eine weite Reise, das Ego in seinen Platz zu weisen. Denn irgendwie gehören Männlichkeit und Ego auch zusammen. Gemeint ist hier der männliche Anteil, den ein jeder Mensch hat. Ich mache hier keinen Unterschied zwischen Mann und Frau.

Ich habe schon Frauen erlebt, die sich wie Vollidioten in ihrem Führungsstil aufgeführt haben. Durchgeschienen hat immer dieses: „Ich bin eine Frau. Gehorch mir, Mann.“

Wahrscheinlich bin ich dafür auch empfänglich, weil mich die Thematik Männlichkeit-Weiblichkeit einfach interessiert. Doch ich beherrsche den Unterschied zwischen Führung und Unterdrückung durch Ego.

Ich bin fähig zu riechen, wenn eine Frau sich auf ihr „ich bin eine Frau UND sage dir, wo es langgeht“ beruft. Scheiße, lass diesen Müll. Führ doch einfach. Alles in Butter. Doch das Thema führe ich jetzt nicht weiter aus.

Es ist doch recht witzig, wie das Ego-Problem in unserer heutigen Zeit größer wird, da mittlerweile immer mehr Frauen von dieser Krankheit geplagt sind. Traurig.

Die einstige Männer-Domäne wird zur Volkskrankheit.

Ich schaue oft bei Frauen, die noch stolz auf ihre Weiblichkeit sind, wie sie das machen. Was ich als Mann lernen kann. Denn es heißt nicht umsonst: „Das Ying-Schwert schneidet 1000x schärfer als das Yang-Schwert.“

Worte sind weit mächtiger als rohe Gewalt.

Gute Kommunikation als neues Werkzeug der Männlichkeit

Und so möchte ich den Artikel langsam rund machen, denn wir gehen stramm auf die 2000 Wörter zu.

Ich habe festgestellt, dass die größte Unzulänglichkeit unserer Väter die Kommunikation über deren inneres Wesen ist.

Wir haben gelesen, dass Männer etwas brauchen, an das sie sich mit ihrem ganzen Wesen hingeben.

Und ihr wisst, dass ich das nicht als absolute Wahrheit verstanden wissen möchte. Aber auf jeden Fall als Inspiration.

Da auch ich an der Unfähigkeit litt, nicht auszudrücken, was in mir vorgeht, habe ich mich der Sache angenommen. Mittlerweile ist viel mehr daraus geworden.

Der Blog mit seinem Motto „Leben in einer liebevollen Welt“ ist ein Teil dieser Schlussfolgerung.

Hier Artikel zu schreiben, die meiner Meinung nach das menschliche und männliche Wesen beleuchten ist ein weiterer Teil.

Allgemein scheint mir Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg zu sein. Als Mensch und als Mann.

Und diese Kommunikation fängt bei jedem selbst an.

Erstmal in Gedanken das in Worte fassen zu können, was in einem gerade abgeht. Denn wir Männer sind nicht stumpf. Wir sind keinesfalls unsensibel.

Ein nicht allzu ernst zu nehmender Volksmund lautet nicht umsonst: „Dort, wo Männer nur böse sein können, können Frauen abgrundtief schlecht sein.“

PS: an die falsch verstandenen Feministinnen unter uns. Frauen haben mir diesen Spruch mit einem Lächeln bestätigt. Und lest mal Feuer im Bauch von Sam Keen. Dann weißt du, was Feminismus wirklich ist. Und warum du mit Männern in einem Team spielst.

Das eigene männliche Wesen entdecken

Es kann also nur darum gehen, einen besseren Zugang zu uns zu entwickeln. All die Stärken des Rationalen unserer Vorväter zu verknüpfen mit einer männlichen Interpretation dessen, was unsere Mädels so viel besser machen als wir.

Während die häusliche Gewalt ungefähr 50:50 zwischen Männlein und Weiblein verteilt ist, scheinen unsere liebevollen Mitmenschinnen doch wesentlich mehr in eine liebevolle Beziehung zu investieren als wir Männer.

Wir denken nur, eine Beziehung muss funktionieren. Und wenn sie das nicht tut, dann gehört sie repariert. Naja … der Ansatz ist nicht sonderlich erfolgsversprechend, wie wir alle wissen.

Ich hoffe, dass dir der Artikel ein paar neue Impulse geben konnte. Genau wie ich mir wünsche, dass du auch meine Sichtweise als eine Suchende interpretierst.

Erst vor kurzem wurde mir im letzten Bewerbungsgespräch meines Lebens mit leicht verachtendem Unterton gesagt, dass ich schon immer ein Suchender gewesen sei. Den Spott darüber habe ich hinuntergeschluckt und ganz interessiert gefragt, was den gerade mal 2 Jahre älteren Herren zu seiner Aussage verleite.

Und ich muss sagen, da ist etwas dran. Ich bin ein Suchender, denn meine eigene Demut gebietet mir, dass ich nur eine mir bestmögliche Lösung finden kann. Die eine, wahre Lösung werde ich niemals finden, da ich als Mensch und Mann viel zu fehlbar bin.

Wir sind alle Menschen. Und dann erst Mann oder Frau.

Und vielleicht ist das auch eine gute Aussage für das Ende. Denn so wie meine Lösung niemals das Wahre sein kann, gibt es vielleicht wahre Männlichkeit gar nicht.

Vielleicht ist es immer in Abhängigkeit dessen, was die Welt gerade benötigt. Oder was unsere Frauen sich wünschen.

Doch letztendlich sind wir alle Menschen. Und dann erst Mann oder Frau. Ich wünsche mir, dass wir uns der überwiegenden Gemeinsamkeiten wieder bewusstwerden und so zusammen wachsen. Und zusammenwachsen.

Als Männer.

Als Frauen.

Und als Menschen.

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